Sie haben eine Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag erhalten und das Abfindungsangebot erscheint Ihnen zu niedrig? Damit liegen Sie oft richtig. Als Fachanwälte für Arbeitsrecht in München wissen wir: Das erste Angebot ist selten das letzte. Mit der richtigen Strategie lässt sich die Abfindung erheblich steigern.
Tipp 1: Fehler des Arbeitgebers identifizieren
Der größte Hebel für eine höhere Abfindung sind Fehler des Arbeitgebers bei der Kündigung. Typische Fehler, die die Abfindung in die Höhe treiben:
- Fehlende oder fehlerhafte Betriebsratsanhörung – macht die Kündigung unwirksam
- Mangelhafte Sozialauswahl bei betriebsbedingter Kündigung
- Fehlende Abmahnung bei verhaltensbedingter Kündigung
- Formfehler (falsche Kündigungsfrist, fehlende Vollmacht, nicht im Original zugestellt)
- Nicht berücksichtigter Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft, Schwerbehinderung, Betriebsrat)
Jeder einzelne Fehler stärkt Ihre Position und erhöht die realistische Abfindung. Ein erfahrener Fachanwalt findet Fehler, die Laien übersehen.
Tipp 2: Kündigungsschutzklage als Druckmittel nutzen
Die Kündigungsschutzklage ist das stärkste Instrument, um die Abfindung zu erhöhen. Auch wenn Sie gar nicht zum alten Arbeitgeber zurück wollen – die Klage erzeugt enormen Verhandlungsdruck:
- Der Arbeitgeber muss Anwalts- und Gerichtskosten einkalkulieren
- Bei Niederlage muss er alle Gehälter seit der Kündigung nachzahlen (Annahmeverzug)
- Das Verfahren bindet interne Ressourcen und erzeugt Unsicherheit
- Die Öffentlichkeit eines Gerichtsverfahrens ist vielen Arbeitgebern unangenehm
Wichtig: Die 3-Wochen-Frist nach Erhalt der Kündigung ist unbedingt einzuhalten. Ohne fristgerechte Klage verlieren Sie Ihr wichtigstes Druckmittel.
Tipp 3: Annahmeverzugsrisiko beziffern
Je länger ein Kündigungsschutzverfahren dauert, desto teurer wird es für den Arbeitgeber. Wenn die Kündigung am Ende unwirksam ist, muss der Arbeitgeber alle Gehälter seit der Kündigung nachzahlen – das sogenannte Annahmeverzugsrisiko.
Am Arbeitsgericht München dauert ein Verfahren bis zum Kammertermin oft 4 bis 8 Monate. Bei einem Bruttogehalt von 5.000 € summiert sich das Annahmeverzugsrisiko schnell auf 20.000 bis 40.000 €. Dieses Risiko können Sie direkt in die Abfindungsverhandlung einbringen.
Abfindung jetzt erhöhen lassen
Rechtsanwalt Gellert analysiert Ihre Kündigung und zeigt Ihnen, welche Abfindung realistisch ist.
Kostenlose Erstberatung 089 - 201 741 44Tipps 4–7: Weitere Strategien für eine höhere Abfindung
Tipp 4: Sonderkündigungsschutz prüfen
Schwerbehinderte, Schwangere, Eltern in Elternzeit und Betriebsratsmitglieder genießen besonderen Kündigungsschutz. Hat der Arbeitgeber diesen nicht beachtet, ist die Kündigung in der Regel unwirksam – das treibt die Abfindung nach oben.
Tipp 5: Gesamtpaket verhandeln
Neben der reinen Abfindungssumme gibt es weitere geldwerte Vorteile, die Sie verhandeln können: bezahlte Freistellung, Turboklausel (frühere Beendigung = Restzahlung als Bonus), Outplacement-Beratung, verlängerte Dienstwagennutzung oder ein sehr gutes Arbeitszeugnis.
Tipp 6: Emotionen rauslassen
Verhandlungen über Abfindungen sind emotional – aber kühle Sachlichkeit bringt mehr Geld als Wut. Lassen Sie Ihren Anwalt verhandeln. Professionelle Distanz wird am Verhandlungstisch belohnt.
Tipp 7: Nicht vorschnell akzeptieren
Das erste Angebot des Arbeitgebers ist fast nie das letzte. Nehmen Sie sich Bedenkzeit, lassen Sie das Angebot prüfen und machen Sie ein Gegenangebot. In der Verhandlung zeigt sich oft, dass der Arbeitgeber deutlich mehr Spielraum hat als zunächst kommuniziert.
Fazit: Die Abfindung ist kein Fixbetrag – sie ist das Ergebnis einer Verhandlung. Und bei Verhandlungen gewinnt, wer vorbereitet ist und die Druckmittel kennt. Rufen Sie uns an und lassen Sie Ihre Chancen kostenlos einschätzen: 089 - 201 741 44.